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PFAS Verbot 2026: Was Marken jetzt tun müssen

PFAS in Verpackungen werden in Europa zum Marktzugangsthema. Ab dem 12. August 2026 untersagt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) den Einsatz von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in Lebensmittelkontaktverpackungen.

Das ist kein reines Lieferantenthema.

Betroffen sind unmittelbar:

  • Markeninhaber
  • Hersteller verpackter Produkte
  • Importeure, die Waren auf dem EU-Markt bereitstellen

Alle Lebensmittelkontaktverpackungen, die ab dem 12. August 2026 erstmals in Verkehr gebracht werden, müssen konform sein, auch wenn sie früher produziert wurden.

Für Unternehmen, die verpackte Produkte in der EU vertreiben, wird PFAS-Compliance damit zur strategischen Priorität.

PFAS sind bereits umfassend reguliert

Das PFAS-Verbot unter der PPWR ist Teil einer breiteren regulatorischen Entwicklung rund um per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS).

Bereits heute gelten unter anderem:

  • Stockholm-Konvention & EU-POPs-Verordnung – Verbote von PFOS, PFOA und PFHxS
  • EU-REACH (Anhang XVII) – Beschränkungen weiterer PFAS
  • EU-Kontaminantenverordnung (2023/915) – Höchstgehalte bestimmter PFAS in Lebensmitteln
  • Nationale Verbote (z. B. Dänemark, Schweiz) sowie der PFAS-Ausstieg der US-FDA bei Lebensmittelverpackungen

Die Regulierung von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) verschärft sich weltweit – auch im Verpackungsbereich.

Der Trend ist eindeutig: PFAS werden schrittweise aus Anwendungen verdrängt.

Warum PFAS in Verpackungen ein Geschäftsrisiko sind

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind in komplexen Verpackungsstrukturen häufig nicht direkt erkennbar.

Sie können enthalten sein in:

  • Fettabweisenden Papier- und Kartonverpackungen
  • Barrierebeschichtungen
  • Kaschierungen
  • Klebstoffen
  • Kunststoff-Oberflächenbehandlungen
  • Additiven und Prozesshilfsmitteln

Sowohl papierbasierte als auch kunststoffbasierte Verpackungen können PFAS-Risiken bergen.

Der regulatorische Fokus liegt aktuell auf Lebensmittelkontaktmaterialien (FCM). Doch chemikalienrechtliche Prinzipien wie das Minimierungsgebot können perspektivisch auch Non-Food-Verpackungen betreffen.

Das Problem: PFAS werden in Spezifikationen selten transparent ausgewiesen.

Ohne strukturierte Materialdaten bleiben Risiken verborgen.

Welche Verpackungsformate sind besonders kritisch?

Eine gezielte PFAS-Risikobewertung sollte insbesondere folgende Formate priorisieren:

  • Fettabweisende Papierverpackungen
  • Fast-Food- und Bäckereiverpackungen
  • Mikrowellenanwendungen
  • Mehrschichtige flexible Verpackungen
  • Laminierte Strukturen
  • Beschichtete Papiere
  • Kunststoffe mit funktionellen Oberflächen

In komplexen Mehrschichtsystemen können PFAS mehrere Ebenen tief eingebunden sein.

Was nicht sichtbar ist, lässt sich nicht steuern.

Von pauschalem Testen zur strukturierten PFAS-Risikoanalyse

Derzeit gibt es keinen harmonisierten delegierten Rechtsakt, der eine einheitliche EU-Prüfmethode für PFAS unter der PPWR vorgibt.

Ein flächendeckendes Testen aller Verpackungen ist daher weder wirtschaftlich noch praktikabel.

Führende Unternehmen setzen stattdessen auf eine strukturierte PFAS-Risikoanalyse (PFAS Risikobewertung).

Ein sinnvoller Ansatz:

1. Risikobereiche identifizieren

Bewertet werden:

  • Materialaufbau
  • Beschichtungen und Barrieren
  • Kaschierungen
  • Klebstoffe
  • Additive und Prozesshilfsmittel

Grundlage ist eine erweiterte Materialliste sowie belastbare Lieferantendaten.

2. Gezielte Prüfung durchführen

Nur identifizierte Hochrisikoformate werden im Labor getestet.

Dieser Ansatz ist kosteneffizient, regulatorisch belastbar und über große Portfolios hinweg skalierbar.

Mit Excel allein ist dieses Compliance-Niveau kaum beherrschbar.

Welche Daten sind für die PFAS-Compliance erforderlich?

Zur Vorbereitung auf das PFAS-Verbot 2026 benötigen Unternehmen:

  • Vollständige Angaben zum Materialaufbau
  • Informationen zu funktionellen Beschichtungen
  • Daten zu Klebstoffen und Additiven
  • Lieferantenerklärungen
  • Strukturierte Dokumentation

Kurz gesagt: Transparenz über die gesamte Verpackungsstruktur.

Ohne digitalisierte und strukturierte Daten wird PFAS-Compliance reaktiv und riskant.

Warum jetzt Handeln entscheidend ist

2026 erscheint noch fern, doch Umstellungen von Verpackungssystemen, Materialqualifizierungen und Lieferantenwechsel benötigen Zeit. Mit näher rückendem Stichtag wird zudem die Nachfrage nach Prüfkapazitäten steigen. Auch Handelsunternehmen erhöhen bereits heute ihre Anforderungen im Umgang mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS).

Wer zu spät reagiert, riskiert nicht konforme Bestände, Marktrücknahmen, Haftungsfragen und Reputationsschäden. PFAS in Verpackungen sind damit längst ein Thema auf Geschäftsleitungsebene.

Wie Packa Ihre PFAS-Strategie unterstützt

Packa ermöglicht es Unternehmen, Verpackungsdaten strukturiert und digital über das gesamte Portfolio hinweg abzubilden.

Mit Packa können Sie:

  • Verpackungsstrukturen transparent erfassen
  • Erweiterte Materiallisten erstellen
  • Systematische PFAS-Risikobewertungen durchführen
  • Die Zusammenarbeit mit Lieferanten verbessern
  • Compliance-Dokumentation zentralisieren
  • Sich gezielt auf das PFAS-Verbot unter der PPWR ab August 2026 vorbereiten

Statt reaktiv auf Testergebnisse zu reagieren, gewinnen Sie proaktive Kontrolle über PFAS-Risiken in Ihren Verpackungen.

FAQ: PFAS in Verpackungen

Was sind PFAS?

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – eine Stoffgruppe mit wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften. Aufgrund ihrer Persistenz werden sie häufig als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet.

Ab wann sind PFAS in Lebensmittelverpackungen verboten?

Ab dem 12. August 2026 dürfen Lebensmittelkontaktverpackungen mit PFAS oberhalb der Grenzwerte in der EU nicht mehr in Verkehr gebracht werden (PPWR).

Wer trägt die Verantwortung?

Verantwortlich ist das Unternehmen, das das verpackte Produkt erstmals auf dem EU-Markt bereitstellt – in der Regel Markeninhaber, Hersteller oder Importeure.

Welche Materialien sind besonders betroffen?

Fettabweisende Papierverpackungen, beschichtete Kartonlösungen, laminierte Mehrschichtsysteme, Klebstoffe, Barriere-Schichten sowie bestimmte Kunststoffe gelten als risikobehaftet.

Gibt es eine einheitliche EU-Prüfmethode für PFAS?

Aktuell existiert keine harmonisierte Prüfmethode unter der PPWR. Unternehmen sollten daher einen strukturierten, risikobasierten Bewertungsansatz verfolgen.

Fazit

Die zentrale Botschaft lautet:

Ab dem 12. August 2026 sind PFAS in Lebensmittelkontaktverpackungen in der EU untersagt.

Unternehmen, die heute Transparenz schaffen, sichern morgen ihren Marktzugang.

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