Das betrifft nicht nur Verpackungslieferanten, sondern insbesondere:
- Hersteller verpackter Produkte
- Markeninhaber
- Importeure, die Produkte in der EU in Verkehr bringen
Entscheidend ist: Maßgeblich ist das erste Inverkehrbringen nach dem 12. August 2026, selbst wenn die Verpackung heute bereits produziert wurde oder sich noch auf der Rolle befindet.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Verpackungen besonders betroffen sind, wer die Verantwortung trägt, wie eine strukturierte PFAS-Risikobewertung aussieht und warum digitale Verpackungsmanagement-Software wie Packa dabei eine zentrale Rolle spielt.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind PFAS?
- Warum PFAS in Verpackungen ein Compliance-Risiko darstellen
- Die PFAS-Regelung unter der PPWR ab 2026
- Wer trägt die Verantwortung?
- Welche Verpackungen haben ein PFAS-Risiko?
- Auswirkungen auf Food- und Non-Food-Verpackungen
- Keine einheitliche Prüfmethode – was bedeutet das?
- Der risikobasierte Ansatz
- Welche Daten werden für die Bewertung benötigt?
- Konkrete Schritte zur PFAS-Compliance
- Warum strukturiertes Verpackungsdatenmanagement entscheidend ist
- Wie Packa bei der PFAS-Compliance unterstützt
1. Was sind PFAS?
PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind synthetische Chemikalien mit wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften. Aufgrund ihrer extremen Beständigkeit werden sie häufig als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet.
In Verpackungen kommen PFAS typischerweise zum Einsatz bei:
- Fett- und Ölbarrieren in Papier oder Karton
- Funktionellen Beschichtungen
- Kaschierungen und Verbundmaterialien
- Klebstoffen und Prozesshilfsmitteln
Wegen ihrer Persistenz und möglicher Gesundheitsrisiken stehen PFAS zunehmend im Fokus regulatorischer Maßnahmen.
2. Warum PFAS in Verpackungen ein Compliance-Risiko sind
Die regulatorischen Anforderungen an PFAS verschärfen sich weltweit. Bereits heute bestehen Beschränkungen unter anderem durch:
- Die EU-POPs-Verordnung (z. B. PFOS, PFOA, PFHxS)
- REACH Anhang XVII
- Die EU-Kontaminantenverordnung
Mit dem PFAS-Verbot in Lebensmittelkontaktverpackungen ab 2026 steigt der Handlungsdruck deutlich.
Für Unternehmen bedeutet das:
- Sicherstellung der Marktfähigkeit
- Vermeidung von Haftungsrisiken
- Schutz der Markenreputation
- Transparenz entlang der Lieferkette
PFAS-Compliance ist damit ein strategisches Thema im Verpackungsmanagement.
3. Die PFAS-Regelung unter der PPWR ab 2026
Ab dem 12. August 2026 dürfen Lebensmittelkontaktverpackungen mit PFAS oberhalb festgelegter Schwellenwerte nicht mehr in der EU in Verkehr gebracht werden.
Dabei gilt:
Alle Verpackungen, die ab diesem Datum erstmals auf den Markt gelangen, müssen konform sein – unabhängig vom Produktionsdatum.
Das betrifft auch Lagerbestände oder bereits produzierte Materialien, sofern sie erst nach dem Stichtag im Produkt verkauft werden.
4. Wer trägt die Verantwortung?
Die Verantwortung liegt nicht ausschließlich beim Verpackungshersteller.
Betroffen sind:
- Hersteller verpackter Waren
- Markeninhaber
- Importeure
Wer ein verpacktes Produkt nach dem 12. August 2026 erstmals auf dem EU-Markt bereitstellt, trägt die Verantwortung für die Konformität der Verpackung.
Eine bloße Lieferantenerklärung reicht langfristig nicht aus. Gefordert ist ein strukturiertes Compliance-Management.
5. Welche Verpackungen haben ein PFAS-Risiko?
PFAS können in unterschiedlichen Materialarten vorkommen.
Papier und Karton
- Fettabweisende Beschichtungen
- Fast-Food- und To-Go-Verpackungen
- Backwarenverpackungen
Kunststoffe
- Funktionelle Barriereschichten
- Oberflächenbehandlungen
- Kaschierklebstoffe
- Prozesshilfsmittel
Sowohl faserbasierte als auch Kunststoffverpackungen können betroffen sein, entscheidend ist die funktionelle Ausrüstung.
6. Auswirkungen auf Food- und Non-Food-Verpackungen
Das explizite Verbot betrifft Lebensmittelkontaktverpackungen.
Für Non-Food-Verpackungen gilt zwar kein direktes Verbot, jedoch greift das allgemeine Minimierungsgebot. Unternehmen sollten daher auch hier PFAS-Risiken prüfen und Substitutionsmöglichkeiten bewerten.
Eine umfassende Risikoanalyse erhöht die regulatorische Sicherheit und reduziert zukünftige Anpassungskosten.
7. Keine einheitliche Prüfmethode, was bedeutet das?
Aktuell existiert:
- Kein delegierter Rechtsakt mit verbindlicher Prüfmethode
- Kein harmonisierter Standard zur Analytik
Das führt zu Unsicherheit bei der Umsetzung. Eine pauschale Testung aller Verpackungen ist weder wirtschaftlich noch praktikabel.
Stattdessen empfiehlt sich ein strukturierter, risikobasierter Ansatz.
8. Der risikobasierte Ansatz
1. Identifikation potenziell risikobehafteter Verpackungen
Beispielsweise Verpackungen mit:
- Fett- oder Ölbarrieren
- Speziellen Oberflächenbehandlungen
- Mehrschichtigen Verbundaufbauten
2. Zielgerichtete Analytik
Erst im zweiten Schritt erfolgt die Labortestung relevanter Verpackungen.
Dieses Vorgehen reduziert Kosten und schafft Transparenz bei gleichzeitig hoher regulatorischer Sicherheit.
9. Welche Daten werden für die Bewertung benötigt?
Eine fundierte PFAS-Risikobewertung erfordert detaillierte Verpackungsdaten.
Notwendig sind insbesondere:
Materialaufbau
- Basismaterial (z. B. Papier, PET, PE, PP)
- Schichtstruktur
Beschichtungen und Behandlungen
- Funktionelle Barrieren
- Oberflächenveredelungen
Klebstoffe und Kaschierungen
- Laminierkleber
- Zwischenschichten
Erst durch eine „erweiterte Materialliste“, also die vollständige Erfassung aller Schichten und Komponenten – ist eine belastbare PFAS-Bewertung möglich.
10. Konkrete Schritte zur PFAS-Compliance
- Erfassung aller Lebensmittelkontaktverpackungen
- Erstellung erweiterter Materiallisten
- Identifikation potenzieller PFAS-Risiken
- Strukturierte Lieferantenabfragen
- Gezielte Laboranalysen
- Dokumentation und Monitoring
Frühzeitiges Handeln minimiert das Risiko von Lieferunterbrechungen im Jahr 2026.
11. Warum strukturiertes Verpackungsdatenmanagement entscheidend ist
PFAS-Compliance ist in erster Linie ein Datenproblem.
Unternehmen müssen:
- Zahlreiche Verpackungsspezifikationen verwalten
- Unterschiedliche Lieferanten koordinieren
- Änderungen versionieren
- Prüfergebnisse dokumentieren
Ohne zentrales System entstehen Informationslücken, Inkonsistenzen und Audit-Risiken.
Ein digitales Verpackungsmanagement schafft Transparenz und Nachvollziehbarkeit.
12. Wie Packa bei der PFAS-Compliance unterstützt
Packa ist eine spezialisierte Verpackungsmanagement-Software zur zentralen Verwaltung von Verpackungsspezifikationen und Compliance-Daten.
Im Kontext von PFAS ermöglicht Packa:
Strukturierte Spezifikationen
- Abbildung vollständiger Materialaufbauten
- Dokumentation von Beschichtungen und Klebstoffen
- Erstellung erweiterter Materiallisten
Systematische Risikobewertung
- Filterung nach funktionellen Eigenschaften
- Identifikation potenziell kritischer Verpackungen
Standardisierte Lieferantenkommunikation
- Strukturierte Datenerhebung
- Versionskontrolle
- Transparente Dokumentation
Nachweis- und Auditfähigkeit
- Hinterlegung von Prüfergebnissen
- Zentrale Compliance-Dokumentation
- Lückenlose Historie
Mit Blick auf das PFAS-Verbot ab 2026 wird klar: Excel-Listen und Einzelabfragen reichen nicht mehr aus. Unternehmen benötigen ein integriertes System, das Verpackungsdaten, Risikoanalyse und Compliance-Dokumentation miteinander verbindet.
Packa unterstützt Unternehmen dabei, PFAS-Risiken strukturiert zu bewerten, gezielt zu testen und regulatorische Anforderungen sicher zu erfüllen.
Fazit
Das PFAS-Verbot in Lebensmittelkontaktverpackungen ab dem 12. August 2026 rückt näher.
Unternehmen, die ihre Materialstrukturen nicht transparent dokumentieren oder sich ausschließlich auf Lieferantenaussagen verlassen, gehen erhebliche Risiken ein.
Ein risikobasierter Bewertungsansatz in Kombination mit digitalem Verpackungsmanagement ist der effizienteste Weg zur sicheren PFAS-Compliance.
PFAS ist kein Randthema, es ist eine strategische Herausforderung für das gesamte Verpackungsmanagement.
Sprechen Sie jetzt mit uns und erfahren Sie, wie Packa Sie bei der PFAS-Compliance unterstützen kann.
Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar.